Qualitätsprozess

Qualitätsprozess für private Bauherren

Das Gestaltungs- und Nachhaltigkeitshandbuch bildet neben dem Bebauungsplan den zentralen Baustein einer gestalterischen und ökologischen Qualitätsvereinbarung zwischen den Grundstückskäufern und dem Grundstücksverkäufer. Es dient der Umsetzung und Sicherung eines gestalterisch hochwertigen Erscheinungsbildes, sowie der ökologischen Qualität, Werthaltigkeit und Nachhaltigkeit der entstehenden Immobilien über den gesamten Lebenszyklus des Quartiers hinweg. Die formulierten Gestaltungsrichtlinien tragen zur Profilbildung bei und wirken identitätsstiftend für die zukünftige Bewohnerschaft.

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Das Handbuch gibt die Rahmenbedingungen der zukünftigen Architektursprache und Identität des Quartiers vor. Die darin enthaltenen Regelungen dienen als Rahmen, innerhalb dessen sich Planer und Bauherren bewegen können. Wenn von den Rahmenbedingungen grundsätzlich abgewichen werden soll – z.B. weil ein besonderes Nutzungskonzept oder bauliches Konzept dies erfordert -  so kann das Einzelkonzept mit dem Grundstücksverkäufer abgestimmt und einzelfallbezogen freigegeben werden.

Zweistufiger Qualitätssicherungsprozess

Die formulierten Rahmenbedingungen dienen in erster Linie zur Qualitätssicherung und somit zur Werterhaltung. Sie sollen zur Entwicklung der gewünschten gestalterischen und ökologischen Quartiersqualität beitragen. Bei Bedarf steht hierzu der Grundstücksverkäufer bei der Umsetzung unterstützend zur Seite.
Dementsprechend wird für private Einzelbauherren folgender zweistufiger Qualitätssicherungsprozess festgelegt:
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Stufe 1 – Gutbefund vor Grundstückskauf

Private Bauherren können sich während des Entwurfsprozesses zur Umsetzung der Regelungen des Gestaltungs- und Nachhaltigkeitshandbuchs und damit zur Konkretisierung ihrer Planungsvorstellungen vorab individuell von dem Grundstücksverkäufer beraten lassen.
Vor Abschluss des Grundstückskaufvertrags muss dem Verkäufer eine mit den hier vorgegebenen Rahmenbedingungen korrespondierende Entwurfsskizze mit maßstäblicher Darstellung aller Gebäudeansichten, eines Systemschnitts und eines  Lageplans sowie einer kurzen Beschreibung des Vorhabens vorgelegt werden.
Diese Unterlagen werden daraufhin vom Grundstückseigentümer in Abstimmung mit der Stadt Rastatt geprüft und bei Einhaltung der Vorgaben durch einen sogenannten Gutbefund freigegeben.  Wenn der Gutbefund vorliegt und die damit eingereichten Unterlagen den gestalterischen und ökologischen Aspekten entsprechen, kann der Grundstückskauf vollzogen werden. Die abgestimmten Entwurfsskizzen werden Bestandteil des Kaufvertrages.

Hier finden Sie einen beispielhaften Gutbefund

Bitte beachten Sie, dass ein Gutbefund nicht die geltenden gesetzlichen Genehmigungsverfahren gemäß den Vorgaben der Landesbauordnung Baden-Württemberg (LBO) ersetzt.

Stufe 2 – Nachweis Energiestandard

Für Dokumentationszwecke des Energiestandards des gesamten Wohngebiets ist bis spätestens sechs Monate nach Fertigstellung des Gebäudes ein Energieausweis oder ein KfW-Nachweis beim Grundstücksverkäufer einzureichen.

Hinweis
In begründeten Einzelfällen kann nach Abstimmung mit der Stadt Rastatt und dem Grundstückseigentümer von den Rahmenbedingungen abgewichen werden, um besondere gestalterische und ökologische Innovationen zu ermöglichen.

Sämtliche Rahmenbedingungen des Gestaltungs- und Nachhaltigkeitshandbuchs werden durch die Vorgaben des Bebauungsplans „Baldenau“ ergänzt.